Bei Volkswagen ist ein Drittel Biodiesel im Tank

Mehr Klimaschutz: Kraftstoff mit bis zu 33 Prozent erneuerbarem Anteil in Wolfsburg im Dauereinsatz. 

Volkswagen hat an der hauseigenen Tankstelle in Wolfsburg ein besonders klimafreundliches Kraftstoffgemisch mit dem Namen R33 BlueDiesel erfolgreich getestet. Von Januar bis November 2018 betankten Volkswagen-Mitarbeiter Firmenfahrzeuge nur mit dieser Spezialsorte. Nach der Erprobung ist R33 dort nun dauerhaft im Einsatz. Die Einführung an weiteren Standorten ist geplant.

R33 BlueDiesel erfüllt alle Kriterien, um als Serienkraftstoff ohne weitere Auflagen eingesetzt zu werden. Es handelt sich um eine Kraftstoffmischung, die zu 26 Prozent aus Paraffin, zu sieben Prozent aus Biodiesel (FAME) und zu 67 Prozent aus fossilem Diesel besteht.

Das Paraffin wird aus gebrauchtem Speisefett hergestellt, das nach der Nutzung normalerweise entsorgt wird. Das Fett wird gefiltert, gereinigt und dann zu Paraffin verarbeitet, das sich sehr gut mit normalem Dieselöl und Biodiesel mischen lässt. Zusammen mit dem regulären Biodiesel-Anteil von sieben Prozent kommt R33 BlueDiesel auf 33 Prozent Bio-Anteil. Das Kraftstoffgemisch kann in jedem Dieselmotor eingesetzt werden.

Im Vergleich zum konventionellen Diesel wird so 20 Prozent weniger CO2 emittiert. Gerade für Groß- und Flottenkunden von Volkwagen, deren Dieselfahrzeuge jährlich viele Kilometer zurücklegen, ist dieser innovative Kraftstoff interessant: Denn seine Verwendung hilft, Klimaschutzziele zu erreichen.

Entwickelt wurde der neue Kraftstoff in einem zweijährigen gemeinsamen Projekt von Volkswagen mit der Hochschule Coburg sowie 20 weiteren Partnern. VW wird aktuell von Shell in Zusammenarbeit mit den Firmen Tecosol und Neste mit R33 BlueDiesel  versorgt. 

„Die Resonanz auf R33 BlueDiesel ist für Volkswagen und seine Projektpartner sehr positiv“, sagt Projektmanager Thomas Garbe von Volkswagen. „R33 BlueDiesel eignet sich besonders für Unternehmen, die aufgrund ihrer hohen Kraftstoffreichweite auf Dieselfahrzeuge setzen und dennoch ihre Umweltziele erreichen wollen. Wir bereiten uns auf eine mittelfristig deutlich steigende Nachfrage nach flüssigen Kraftstoffen aus Reststoffen und nach modernen Biokraftstoffen vor. Ich hoffe, dass öffentliche Tankstellen in naher Zukunft auch R33 als `Green Premium´ anbieten werden.“ 

Auch für Heizungen sei R33 eine Option, sagte Klaus Lucka, Geschäftsführer der an dem Projekt beteiligten Firma Tec4Fuels. So könnten mit dem Brennstoff Ölheizungen betrieben werden, um auch hier schnell eine Treibhausgasminderung zu erreichen.