Studienvergleich zeigt: Energiewende braucht E-Fuels

Der Aufbau der Technologien und eines Marktes für erneuerbare synthetische Energieträger ist eines von sieben zentralen Handlungsfeldern, wenn die Energiewende bis 2050 gelingen soll. Das zeigt der Abgleich von drei Grundsatzstudien zur Machbarkeit der Energiewende bis 2050 in Deutschland.

„Die Energiewende ist machbar – aber nur, wenn die Politik sofort und entschlossen handelt.“ Diese Quintessenz ziehen der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), die Deutsche Energie-Agentur (dena) und die Initiative der deutschen Wissenschaftsakademien „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) in dem Abgleich ihrer drei im vergangenen Jahr unabhängig voneinander veröffentlichten Studien. Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative haben die drei Studienersteller im Februar dieses Jahres Empfehlungen für sieben Handlungsfelder der Energiewende vorgelegt.

Power-to-X als Teil der Lösung
Power-to-X-Technologien und die daraus gewonnenen erneuerbaren synthetischen Energieträger – etwa E-Fuels – werden in allen drei Studien als notwendig erachtet um die Klimaziele zu erreichen. Sie hätten das Potenzial, die Lücke zu schließen, die trotz Energieeffizienz und der direkten Nutzung von Ökostrom bleibt. Benötigt werden PtX-Produkte sowohl als flüssige Kraftstoffe im Verkehr, aber auch als chemischer Grundstoff und als speicherbare Backup-Energie für die Stromerzeugung.

Empfehlungen an die Politik
Politik, Energiewirtschaft und Wissenschaft sollten dringend gemeinsam die Forschung und Entwicklung von PtX-Technologien vorantreiben. Zudem benötige die Bundesregierung eine gezielte, europäisch abgestimmte Markteinführungsstrategie für erneuerbare synthetische Energieträger, parallel müsse der globale Handel befördert werden.

Auf die Energiewende insgesamt bezogen empfehlen die Studienersteller langfristige, klare Rahmenbedingungen, technologieoffene Anreize für klimaschonende, energieeffiziente Technologien, den Einsatz sektorübergreifender Instrumente sowie die Stärkung lokaler, europäischer und internationaler Kooperationen.

Aber auch Investitionsanreize für alle Beteiligten sowie ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs, in dem sowohl Chancen aber auch Herausforderungen klar benannt werden, seien unerlässlich. BDI, dena und ESYS fordern die Politik auf, noch in dieser Legislaturperiode zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. Energiewende und Klimaschutz könnten aus ihrer Sicht zum wichtigsten Zukunftsprojekt für den Industriestandort Deutschland werden.