Projekt „reFuels“ für klimafreundliche Kraftstoffe gestartet

Offizieller Auftakt zu reFuels: Verkehrsminister Winfried Hermann (Mitte) mit MiRO-Geschäftsführer Ralf Schairer (links) und Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales (rechts). (Foto: Markus Breig, KIT)

Mit dem Projekt „reFuels – Kraftstoffe neu denken“ unternehmen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Baden-Württemberg einen gemeinsamen Anlauf, um flüssige Treibstoffe klimafreundlich zu machen und damit den CO2-Austoß im Verkehrssektor zu senken.

Zwar sind seit 1990 die CO2-Emissionen je Auto und Nutzfahrzeug dank immer effizienterer Motoren deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig jedoch haben die Anzahl der Fahrzeuge, die Motor- und Fahrleistung sowie die Verkehrsdichte stark zugenommen. Dadurch sind die Gesamtemissionen in den knapp 30 Jahren in etwa konstant geblieben. 

Klimafreundlicher Verbrennungsmotor dank synthetischer Kraftstoffe

Höchste Zeit also, umzudenken. „Für den Klimaschutz müssen wir alle Register ziehen, das heißt, alle Technologien nutzen“, erklärte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann im Rahmen des Projekt-Auftakts. „Regenerative neue Kraftstoffe können den Verbrennungsmotor klimafreundlich machen.“ 

Ralf Schairer, Geschäftsführer der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO), sieht die Mitarbeit von Deutschlands größter Raffinerie an dem Projekt als Chance, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: „Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe in vorhandenen Raffinerie-Infrastrukturen ermöglicht einen schrittweisen Übergang und perspektivisch sogar treibhausgasneutrale Kraftstoffe.“ Die bekannten Vorteile flüssiger Kraftstoffe wie hohe Energiedichte und einfache Speicher- und Transportierbarkeit blieben erhalten und gleichzeitig könne man die Klimaziele erreichen.

Von der Herstellung bis zur Verbraucher-Akzeptanz

Mit dem Projekt reFuels wird das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit Partnern aus der Automobil-, Automobilzuliefer- und Mineralölindustrie sowie mit Förderung der Landesregierung in Stuttgart in einem ganzheitlichen Programm die Chancen untersuchen, die synthetische Kraftstoffe für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt bieten. 

Zum einen werden Verfahren betrachtet, mit denen Otto- und Dieselkraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien und aus nachhaltig zugänglichen Rohstoffen in größerem Maßstab produziert werden können. Untersucht wird dabei, wie sich die regenerativ erzeugten Kraftstoffe auf den Schadstoffausstoß der bestehenden Flotte und auf die Funktion der Fahrzeuge sowie einzelner Komponenten auswirken. Zum anderen geht es darum, wie bei Gesellschaft und Verbrauchern schon heute die nötige Akzeptanz für die neuartigen Kraftstoffe geschaffen werden kann.