Power-to-Liquid - Teil 3: Wie kann der Einstieg in die PtL-Technologie gelingen?

Um die politisch beschlossenen Klimaziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen in den nächsten drei Jahrzehnten in Deutschland um 80 bis 95 Prozent gesenkt werden. Synthetische Brenn- und Kraftstoffe aus regenerativen Quellen könnten dazu einen großen Beitrag leisten. Die Rede ist von Power-to-Liquid (PtL), also der Verflüssigung von Strom (Power), und dem daraus entstehenden Produkt, den E-Fuels.

E-Fuels bieten die gleichen Vorteile wie die heutigen mineralölbasierten Kraft- und Brennstoffe: Sie sind gut speicherbar und leicht zu transportieren, sie haben eine hohe Energiedichte und verfügen über eine hervorragende Infrastruktur. Ihr Bonus: E-Fuels sind treibhausgasneutral - sofern sie aus erneuerbarem Strom hergstellt werden.

In vier Teilen erklären wir wie E-Fuels hergestellt werden, warum sie für den Klimaschutz wichtig sind und wie der Einstieg in die PtL-Technologie gelingen kann. Dazu stellen wir einige aktuelle PtL-Projekte vor.

Teil 3: Wie kann der Einstieg in die PtL-Technologie gelingen?

Rein technisch ist es bereits heute möglich, synthetische Kraft- und Brennstoffe aus regenerativen Quellen herzustellen. Die Herstellung ist allerdings noch sehr teuer, bisher gibt es nur einige wenige Testanlagen. Um der PtL-Technologie zum Durchbruch zu verhelfen, ist es nun nötig PtL auch in industriellen Anlagen im größeren Maßstab umzusetzen.

Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung beispielsweise mit der Förderung von sogenannten Reallaboren – darüber hinaus bedarf es aber gezielter Markteinführungsprogramme. Eine branchenübergreifende Allianz aus Unternehmen und Verbänden, die Power to X Allianz, schlägt beispielsweise vor, klimafreundliche Power-to-X (PtX-)-Technologien für Verkehr und Wärme mit einem Innovationsbonus zu fördern, der wettbewerblich ausgeschrieben wird. PtX meint im Grunde das gleiche wie PtL, nur dass das X als Variable für flüssige oder gasförmige Energieträger steht.

Politischer Rahmen muss geschaffen werden

Der Förderbedarf für diese Technologie würde sich deutlich reduzieren, wenn der CO2-mindernde Einsatz von PtX-Produkten bei der Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen der Kfz-Hersteller oder der Gebäudeeigentümer zur Emissionssenkung angerechnet werden könnte. Und neben den klimapolitischen Vorteilen bietet sich damit für Deutschland auch die große Chance, seine Rolle als weltweiter Technologielieferant in den Bereichen Elektrolyse und Anlagenbau zu stärken. Daraus entstehen wichtige Impulse für Wirtschaftswachstum und stabile Beschäftigung.