Natur aufs Dach

Gründächer liegen voll im urbanen Trend und sind Bestandteil des ökologischen Bauens. Bei diesem Ökotrend ist ein Mineralölprodukt unverzichtbar.

Dass begrünte Dächer „In“ sind zeigt sich spätestens dann, wenn Luftaufnahmen beispielsweise vom Tour-de-France-Finale in Paris oder vom Berlin-Marathon im Fernsehen zu sehen sind. Dachgärten oder Gründächer sehen aber nicht nur schön aus, sie kommen auch Umwelt und Klima zugute: Sie bieten neue Lebensräume für Insekten und Vögel und sind gleichzeitig ein natürlicher Staub- und Schadstoffpartikel-Filter. Außerdem nehmen sie große Teile des Regenwassers auf, so dass es nicht ungehindert vom Dach durch die Regenrinne in die Kanalisation abfließt, sondern wieder verdunsten kann. Auch auf das Klima im Gebäude wirkt sich ein Dachbiotop günstig aus.

Ökodächer bergen aber auch Tücken. Vor allem benötigen sie eine besonders gute Abdichtung – und da kommt ein uraltes Mineralölprodukt ins Spiel: Bitumen. Wurzelfest ausgerüstete Bitumenbahnen eignen sich besonders gut als Untergrund für Gründächer weil sie zuverlässig das Einsickern von Wasser durch das Substrat in den Dachaufbau verhindern und gleichzeitig vor der Durchwurzelung der Konstruktion schützen.

Baustil mit Tradition

Natur auf dem Dach ist kein neues Phänomen: Bereits im späten 19. Jahrhundert wurden auf mehrstöckigen Häusern in Berlin zunehmend Gründächer genutzt. Ein Trend, der sich im 20. Jahrhundert in weiteren Städten fortsetzte. Und auch in anderen europäischen Ländern, beispielsweise in Österreich oder der Schweiz, haben Gründächer eine lange Tradition. In Frankreich wurden die Regeln für den Entwurf und die Ausführung von Gründächern und Terrassen sogar kürzlich aktualisiert, um ihren Einsatz zu fördern. Auch in Deutschland gibt es vielerorts Förderzuschüsse für Gründächer.

Bitumen schützt Bauten

Bitumen ist seit Jahrhunderten als hervorragendes Abdichtungsmaterial bekannt und anerkannt. Dementsprechend sind Abdichtungen der zweitgrößte Anwendungsbereich von Bitumen: Etwa 10 bis 15 Prozent der europäischen Bitumenproduktion werden jährlich in diesem Sektor verwendet. 

Heutzutage finden überwiegend Polymerbitumenbahnen Verwendung, weil sie unkompliziert und schnell eingebaut werden können, üblicherweise durch Schweißen oder als selbstklebende Bahnen.  Sie stellen effektive und für die Umwelt unbedenkliche Abdichtungen sicher und sind ein bewährtes Material, mit dem die Verarbeiter sicher umgehen können. Mehrlagige Verlegung sorgt für zusätzliche Sicherheit der langfristigen Abdichtung. Ein weiteres Plus: Ihre Langlebigkeit. Polymerbitumenbahnen  sind für eine Nutzungsdauer von 50 Jahren geplant.

Deshalb wurden zahlreiche architektonisch besondere Gebäude mit Bitumen abgedichtet, darunter das Europäische Parlament oder das als „Vogelnest“ bekannte Olympiastadion in Peking. Aber auch  Teiche, Speicherbecken, Deponien, Brücken, Rückhaltebecken, usw. profitieren von den guten Eigenschaften des Werkstoffs.