Heizungsmodernisierung: Mehrheit für technologieoffene Förderung

Ob Abwrackprämie, Ölheizungsverbot oder Klimaschutzpaket – bei der derzeitigen Flut an Schlagzeilen kann man schonmal den Überblick verlieren. Und insbesondere Hausbesitzer mit Ölheizung fühlen sich verunsichert. Denn laut letztem Stand, den das Bundeskabinett mit dem  Gebäudeenergiegesetz am 23. Oktober beschlossen hat, soll der Einbau neuer Ölheizungen ab 2026 nur noch dann zulässig sein, wenn auch erneuerbare Energien wie zum Beispiel Solarthermie anteilig zur Wärmeversorgung genutzt werden. Die Neuinstallation von Gasheizungen soll dagegen ohne weitere Auflagen erlaubt sein.

Für Hauseigentümer mit Ölheizung in vielen ländlichen Regionen bedeutet das eine massive Benachteiligung: Sie müssten künftig bei der Heizungsmodernisierung einige Tausend Euro mehr bezahlen als Hauseigentümer mit Gas- oder Fernwärmeanschluss. Die Folge: Attentismus und ein weiterer Rückgang der Modernisierungen.

Zielführender wäre eine technologieoffene Förderung: 70 Prozent der Menschen in Deutschland sprechen sich dafür aus, den Einbau neuer, effizienter Gas- oder Ölheizungen weiterhin staatlich zu fördern, wenn diese veraltete Heizkessel ersetzen. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) im August 2019 ergeben.

Die Ergebnisse sind ein klares Indiz dafür, dass technologieoffene Anreize den Bedingungen im Gebäudebestand am ehesten entsprechen. Dass es sinnvoll ist, bei der Heizungsmodernisierung zunehmend auf hybride Systeme mit erneuerbaren Energien zu setzen, ist dabei gerade vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele unstrittig. Aber nicht jeder Eigentümer kann sich das sofort leisten. Statt also die Einbindung erneuerbarer Energien im Modernisierungsfall per Gesetz zu erzwingen, sollte sie lieber weiterhin durch finanzielle Förderung attraktiv gemacht werden – und zwar auch für Öl-Hybridheizungen.

Hinzu kommt die Perspektive, dass Ölheizungen nicht rein fossil betrieben werden müssen: Durch den künftigen Einsatz fortschrittlicher Biobrennstoffe oder synthetischer Fuels auf Basis von Power-to-X haben sie eine klimaneutrale Perspektive.