Fördervergleich mit E-Fuels: Elektro-Autos werden klar bevorzugt

 

Elektro-Autos gelten in der Politik hierzulande oft als die alleinige Lösung für die Energiewende im Verkehrssektor. Dabei werden Alternativen übersehen und sogar benachteiligt, allen voran treibhausgasneutrale Kraftstoffe wie E-Fuels oder moderne Biofuels. Und das, obwohl sie aus einem konventionellen Verbrennungsmotor einen treibhausgasneutralen Antrieb machen können. 

Elektromobilität ist politisch gewollt und wird daher in Deutschland staatlich hoch subventioniert – insbesondere, wenn ab 2021 die EU-Obergrenze von durchschnittlich 95 Gramm CO2 je Kilometer für neue Pkw in Kraft tritt: Ein E-Auto genießt dann über zwölf Jahre Nutzungsdauer direkte und indirekte staatliche Vorteile von bis zu 24.000 Euro gegenüber einem herkömmlichen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, selbst wenn dieser mit treibhausgasneutralem Kraftstoff betrieben wird. Das ergibt ein Gutachten von Economic Trends Research (ETR) im Auftrag des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV). 

Der Kostenvorteil für E-Autos setzt sich unter anderem zusammen aus den geringeren Steuern für  Strom im Vergleich zu Benzin und Diesel, der Befreiung von der Kfz-Steuer, staatlichen Kaufprämien und der seit 2019 geltenden, reduzierten Besteuerung von Dienstfahrzeugen mit Elektroantrieb. In die Bewertung eingeflossen sind zudem die Strafen, die anfallen, wenn die EU-Obergrenzen für die CO2-Emissionen der Autohersteller bei Pkw mit Verbrennungsmotoren nicht eingehalten werden.

Förderung für E-Fuels könnte Chancengleichheit herstellen

„Würde die Unterstützung für treibhausgasneutrale Kraftstoffe in vergleichbarem Umfang erfolgen, könnte man diese Kraftstoffe mit Beiträgen von deutlich über zwei Euro je Liter fördern“, betont ETR-Gutachter Prof. Michael Bräuninger. Damit hätten E-Fuels & Co. gute Chancen am Markt. Momentan wird aber weder in Berlin noch in Brüssel besonders intensiv über eine solche Unterstützung für erneuerbare Kraftstoffe nachgedacht. 

Unter treibhausgasneutralen Kraftstoffen versteht man E-Fuels, die mithilfe von Ökostrom und aus der Luft oder Industrieprozessen entnommenem CO2 hergestellt werden. Alternativ können auch moderne Biofuels der zweiten und dritten Generation zum Einsatz kommen, die nicht mit Nahrungs- oder Futtermittelproduktion konkurrieren. 

Weltweit produziert in sonnen- und windreichen Regionen, ermöglicht erst der Import von E-Fuels eine ausreichende und sichere Versorgung Deutschlands mit erneuerbaren Energien. Die einfachen Transport- und Lagereigenschaften von flüssigen Kohlen-Wasserstoffen schaffen dafür die Voraussetzungen.

Synthetische oder biobasierte Kraftstoffe haben zudem einen entscheidenden Vorteil gegenüber E-Mobilität: Sie sind im Bestand der rund 57 Millionen Kraftfahrzeuge ohne aufwändige Umrüstungen einsetzbar. Das erhöht die Chance auf eine breite Akzeptanz der Energiewende. Denn damit wird Klimaschutz möglich, ohne Versorgungswege und Anwendungstechnik kostenintensiv umbauen zu müssen.