Mit einem Energiemix in die Zukunft

Die Zukunft der Energieversorgung wird viel diskutiert. Die Bedeutung und das Potenzial  flüssiger Energieträger werden dabei noch oft unterschätzt.

Öl steckt fast überall drin: im Straßenbelag, in Kunststoff, vor allem jedoch in Fahrzeug- und Heizöltanks. Mineralölprodukte sind hierzulande Energieträger Nummer eins. Sie haben eine hohe Energiedichte, sind leicht zu transportieren und fast überall verfügbar. Doch der Platzhirsch ist umstritten.

Verträgt sich der Einsatz von Benzin, Heizöl & Co. noch mit den internationalen Klimazielen? Könnten flüssige Kraft- und Brennstoffe hierzulande nicht durch Ökostrom ersetzt werden? So einfach ist es nicht: Denn auch nach Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der Ökostromerzeugung wird eine Lücke in  der Versorgung mit erneuerbarer Energie bleiben. Das zeigt die Leitstudie „Integrierte Energiewende“ der Deutschen Energie-Agentur (dena). Demnach wäre für das Erreichen der Klimaziele ein breiter Technologiemix deutlich kostengünstiger und robuster als Szenarien, die primär auf Elektrifizierung setzen. Ein solcher Mix sollte daher auch flüssige Kraft- und Brennstoffe enthalten, die zunehmend „grün“ werden.

Zur Herstellung alternativer Brenn- und Kraftstoffe gibt es verschiedene „Pfade“. Derzeit sind biomassebasierte Produkte auf dem Markt erhältlich, die bereits heute Treibhausgasminderungen aufweisen. Für die Zukunft geht es um die Herstellung alternativer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus unterschiedlichen regenerativen Quellen. Bei der Auswahl der Rohstoffe wird eine Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln bewusst vermieden.

Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden auch synthetische Energieträger aus regenerativ erzeugtem Wasserstoff und CO2 als Kohlenstoffquelle, auch Power-to-X oder E-Fuels genannt, benötigt. All diese  alternativen Brenn- und Kraftstoffe haben die gewohnt hohe Energiedichte und könnten in der bereits heute genutzten Infrastruktur und Technik zum Fahren, Fliegen und Heizen ohne aufwendige Umrüstungen eingesetzt werden.