E-Fuels sichern die Mobilität der Zukunft

Flüssige Brennstoffe haben eine hohe Energiedichte und lassen sich leicht transportieren. Damit sind sie prädestiniert für mobile Anwendungen. Werden sie als E-Fuels synthetisch auf Basis erneuerbarer Energien hergestellt, sind sie sogar so gut wie klimaneutral. Damit sind sie rein elektrischen Ansätzen in zahlreichen Anwendungen überlegen.

Unsere heutige Welt ist ständig in Bewegung – individuell mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem eigenen Auto, oder im Güterverkehr via Schiff, Lastwagen oder Zug. Nur weil Mobilität bezahlbar ist, sind wir dazu in der Lage, unsere Lebensqualität und unser wirtschaftliches Wohlergehen zu sichern. Mit steigendem Wohlstandsniveau nimmt sie immer weiter zu. Das verdeutlicht ein  Blick auf die Pkw-Zulassungszahlen: Diese sind laut Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in den vergangenen zehn Jahren um 5,3 Millionen auf 46,5 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Die Bundesregierung rechnet damit, dass wir 2040 im Vergleich zu 2010 fast 40 Prozent mehr Güter- und 15 Prozent mehr Personenverkehr auf unseren Straßen haben werden.

Um die Klimaschutzziele dennoch zu erreichen, macht die Politik den Automobilherstellern Druck, den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge weiter zu senken. Derzeit liegt die Emissionsgrenze für den Flottenverbrauch von Neufahrzeugen in der EU bei rund 130 Gramm CO2 je Kilometer. Ab 2021 dürfen die zulässigen Emissionen durchschnittlich nur noch 95 Gramm betragen. 

Dabei setzt die Politik fast ausschließlich auf Elektromobilität, obwohl noch viele Punkte problematisch sind: hohe Anschaffungskosten, niedrige Reichweite und eine mangelhafte Ladeinfrastruktur sowie lange Ladezeiten. 

Abhilfe versprechen treibhausgasarme synthetische Kraftstoffe. Sie können konventionellem Benzin und Diesel zunächst beigemischt werden und die rohölbasierten Kraftstoffe langfristig sogar ganz ersetzen. Die bestehende Tankstelleninfrastruktur kann weiter genutzt werden – und auch bei der Motorisierung wäre keine neue Technik notwendig.

Benzin und Diesel umweltfreundlich produzieren

Herstellen kann man die synthetischen Flüssigkraftstoffe – sogenannte E-Fuels – indem Wasser mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen in Wasserstoff umgewandelt wird. Dieser Wasserstoff wird dann mit Kohlenstoff aus CO2 oder Biomasse zu einem flüssigen Brennstoff synthetisiert. 

Neben der E-Fuels gibt es weitere Verfahren, um Rohöl zu ersetzen. Dabei werden beispielsweise Algen oder landwirtschaftliche Reststoffe wie Stroh in flüssige Brennstoffe umgewandelt.

Die neuen Kraftstoffe haben auch den Vorteil, dass sie gewohnt schnell getankt werden können und dem Auto eine ähnlich hohe Reichweite ermöglichen wie konventioneller Kraftstoff. Zudem werden die Verbraucher eine Innovation eher akzeptieren, wenn sie auf Basis bestehender Technik und vorhandener Infrastruktur umgesetzt werden kann.

Vorteile unterschiedlicher Antriebe kombinieren

Eine Variante ist der Hybridmotor, der die Vorteile von Flüssigkraftstoff mit dem Elektroantrieb kombiniert: Hybridfahrzeuge fahren sowohl mit Strom als auch mit herkömmlichem Kraftstoff, der mittelfristig durch flüssige E-Fuels ersetzt werden kann. Ist die Batterie leer, treibt der Verbrennungsmotor das Fahrzeug mit synthetischem Kraftstoff an.

Die Autoindustrie hat E-Fuels als umweltfreundliche Alternative in den Blick genommen. „Synthetische Kraftstoffe können Benziner und Diesel CO₂-neutral machen“, betont Volkmar Denner, CEO des Automobilzulieferers Bosch. Und auch Audi arbeitet seit einigen Jahren an der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe, die laut Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung der Audi AG, „das Potenzial haben, herkömmliche Verbrennungsmotoren nahezu CO2-neutral zu betreiben“. Die Zukunft der klimafreundlichen Mobilität mit Verbrennungsmotor – sie hat längst begonnen.