E-Diesel im Praxistest

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Der Fahrzeughersteller Audi ist einer der Vorreiter bei der Entwicklung von E-Fuels aus Wasser und Kohlendioxid.

Audi arbeitet schon seit einigen Jahren an der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe, sogenannter E-Fuels. Die erste Forschungsanlage in Dresden hat bereits 2015 hochwertigen Diesel-Kraftstoff produziert. Als öffentlichkeitswirksamer Praxistest füllte die damalige Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die ersten fünf Liter in ihren Audi-Dienstwagen und zeigte sich begeistert: „Der synthetische Diesel auf CO2-Basis ist ein großer Erfolg der Nachhaltigkeitsforschung.“ Er könne einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz leisten.

Der synthetische E-Diesel basiert auf einem synthetischen Rohöl, dem sogenannten E-Crude, das als Erdölersatz vom Dresdner Energietechnikunternehmen Sunfire entwickelt wurde. Mit dem Power-to-Liquid-Prinzip (PtL) wird hierbei Ökostrom genutzt, um einen flüssigen Energieträger herzustellen. Als Rohstoffe werden lediglich Wasser und Kohlendioxid benötigt. 

Ähnlich wie fossiles Rohöl kann E-Crude in einem Raffinerieprozess verarbeitet und beispielsweise zu einem E-Fuel veredelt werden. Dabei ist der Kraftstoff nicht nur fast CO2-neutral, da bei der Herstellung annähernd so viel Kohlenstoffdioxid gebunden wird, wie bei der späteren Verbrennung freigesetzt wird, sondern auch noch schwefelfrei.

 

Pilotanlage soll 400.000 Liter E-Diesel pro Jahr liefern

Weitere Labortests haben ergeben, dass sich der synthetische Kraftstoff konventionellem Diesel beimischen lässt und diesen künftig voraussichtlich sogar ersetzen kann. Deshalb macht der Ingolstädter Autobauer jetzt den nächsten Schritt auf dem Weg zur industriellen Produktion von E-Diesel.

Gemeinsam mit den Partnern Ineratec GmbH und Energiedienst Holding AG plant das Unternehmen den Bau einer Pilotanlage im schweizerischen Laufenburg mit einer Kapazität von rund 400.000 Litern pro Jahr. Die Fertigstellung ist für Mitte 2019 geplant. Das Investitionsvolumen beträgt rund 3,5 Millionen Euro. 

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„Beim Projekt in Laufenburg können wir durch eine neue Technologie die Produktion von E-Diesel effizient in kompakten Einheiten gestalten“, sagt Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung der Audi AG. Damit habe der synthetische Diesel das Potenzial, herkömmliche Verbrennungsmotoren nahezu CO2-neutral zu betreiben. „Zudem bietet die Pilotanlage die Möglichkeit zur Sektorenkopplung, also zur Kombination der Energiebereiche Strom, Wärme und Mobilität, und macht erneuerbare Energie speicherbar.“