Geschlossene Kohlenstoffkreisläufe – für den Klimaschutz

Mit dem neu gestarteten Projekt „C³-Mobility“ treiben Industrie und Forschung gemeinsam die Entwicklung und Erprobung erneuerbarer Kraftstoffe für den Verkehrssektor voran. Alles im Dienste des Klimaschutzes, denn die Zeit drängt.

Wenn Deutschland seine Klimaziele für 2030 noch erreichen will, müssen sich hierzulande alle Beteiligten mächtig anstrengen. Gerade im Verkehrssektor sind noch viele Fragen offen. In dem vom Wirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt „C³-Mobility“ (C³ steht für Closed Carbon Cycle, also geschlossene Kohlenstoffkreisläufe) befasst sich daher jetzt ein breites Konsortium aus 29 Partnern aus Industrie, Universitäten und Forschungseinrichtungen – darunter namhafte Player wie Opel, VW, Daimler und BMW, Continental, innogy und Shell – mit einer Option: Nämlich mit klimaneutralen, strombasierten Kraftstoffen. Sie können aus Expertensicht eine effiziente, ökonomisch sinnvolle und praktikable Lösung sein und wesentlich dazu beitragen, das Ziel, den CO2-Austoss im Verkehrssektor bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken, noch zu erreichen.

C³-Mobility fokussiert sich bei seinen Aktivitäten auf Methanol als Basisprodukt für die zu erprobenden Kraftstoffe. Denn eine vorab durchgeführte Bewertung hat ergeben: Methanol lässt sich mit relativ überschaubarem Aufwand in großen Mengen aus CO2, Wasser und erneuerbarem Strom herstellen. 

Ausgangspunkt der Forschung ist der direkte Einsatz des Methanols und ebenso seine Weiterverarbeitung zu regenerativen Benzin- und Diesel-Kraftstoffen. So soll beispielsweise in einer Pilotanlage hochoktaniges Benzin erzeugt werden. Zudem werden neue Kraftstoffsynthese-Verfahren und Verbrennungskonzepte entwickelt. Parallel gibt es bereichsübergreifende Forschung zu Materialverträglichkeit, Kraftstoffstabilität, Abgasnachbehandlung und Kraftstoffsensorik.

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Praxistauglichkeit der hergestellten Kraftstoffe – auch unter realen Einsatzbedingungen: Acht Demonstrationsfahrzeuge – Diesel- und Benzin-Pkw, leichte und schwere Nutzfahrzeuge – werden mit dem erneuerbaren Treibstoff aus der Demonstrationsanlage betankt. 

Ziel ist eine ganzheitliche Bewertung dieser Option: Denn neben dem CO2-Minderungspotenzial sollen  von Herstellung über Nutzung bis hin zu Markteinführung und Vertrieb alle Aspekte eines methanol-basierten E-Fuels gründlich beleuchtet werden. Im Blick dabei auch der Aspekt, wie sich schon heute durch Beimischungen strombasierter Kraftstoffe die Flottenemissionen senken lassen.