Schon gewusst? Bitumen ist nicht gleich Teer

Häufig wird Bitumen mit Teer verwechselt, dabei ist das einzig Gemeinsame der beiden Produkte die schwarze Farbe.

Bitumen ist das älteste bekannte Mineralölprodukt und heute eine der wichtigsten nichtenergetischen Anwendungen von Mineralöl. Es kommt vor allem im Straßenbau zum Einsatz und wird häufig mit Teer verwechselt. 

Erdöl, das als zähe schwarze Masse an die Erdoberfläche gelangt, kennen die Menschen schon lange. Bereits in der Steinzeit nutzten Jäger das klebrige Material zur Befestigung von Pfeilspitzen. Auch als Zahnfüllung kam das Material einigen archäologischen Funden zufolge zum Einsatz. Vor rund 5000 Jahren wurden in Persien Boote mit dem Erdölprodukt abgedichtet. 

Heutzutage wird Bitumen großtechnisch in Raffinerien hergestellt. Es ist wesentlicher Bestandteil von Asphaltbefestigungen für Straßen und Flugplätze oder im Wasserbau sowie bei Abdichtungen von Dächer und Bauwerken. 

Häufig wird Bitumen in all diesen Zusammenhängen mit Teer verwechselt, dabei ist das einzig Gemeinsame der beiden Produkte die schwarze Farbe. „Die Straße wird geteert“, sagt man immer noch, wenn die Fahrbahn eine neue Asphaltschicht erhält.

Teere sind völlig andere Produkte. Sie werden aus Braunkohle und Steinkohle gewonnen und enthalten hohe Anteile an gesundheitsschädlichen polyzyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Daher dürfen Teerprodukte in Deutschland nicht als Baustoffe verwendet werden. Die Vermischung von Teer mit Bitumen wurde bereits in den 1980er Jahren eingestellt.

Die Begriffsverwirrung ist auch dadurch verstärkt worden, dass früher sowohl Bitumen als auch Teer, Pech und Asphalt unter dem Oberbegriff „Bituminöse Stoffe“ zusammengefasst wurden und in anderen deutschsprachigen Ländern als Deutschland noch immer werden.

Heute sollte klar zwischen Bitumen und Steinkohlenteerpech unterschieden werden, da es sich um grundverschiedene Stoffgruppen handelt. Der Oberbegriff für Bitumenprodukte lautet gemäß DIN EN 12597 „Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel“. Auch mit „Asphalt“ dürfen nur bitumenhaltige, also teerfreie Gemische bezeichnet werden. 

Ohne Bitumen wäre unsere Welt eine andere: Bitumen ist einfach und sicher zu verarbeiten, haltbar und strapazierfähig, unkompliziert in der Unterhaltung und zu 100 Prozent wiederverwendbar. Damit ist es die erste Wahl für zukunftsorientierte Bau- und Infrastrukturprojekte.