Umweltschutz liegt auf der Straße

Deutschland ist Recycling-Weltmeister: Glas, Papier, Kunststoff – Abfall wird bei uns fein säuberlich getrennt und dann mehr oder weniger erfolgreich wiederverwendet. Dass das in einem Bereich schon lange gang und gäbe ist, dürfte weitgehend unbekannt sein: Bitumenhaltige Baustoffe wie Asphalt werden seit 40 Jahren in Deutschland nicht mehr als Abfall entsorgt sondern wiederverwendet. 

Mehr als 80 Prozent des ausgebauten Asphalts werden hierzulande wieder für den Bau und die Erneuerung von Straßen eingesetzt. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich vorn.

Woher kommt der „Alt-Asphalt“?
Bei Straßenbauarbeiten und Sanierungen der Verkehrswege fallen häufig große Mengen an ausgebautem Asphalt an. Durch schichtenweises Fräsen entsteht dieser sogenannte Ausbauasphalt. Das Granulat des Ausbauasphaltes kann im Straßenbau erneut eingesetzt werden.

Möglich wird das Recycling durch den wertvollsten Bestandteil im Asphalt: Bitumen. Durch Erhitzen kann das Bindemittel immer wieder aufbereitet und genutzt werden. Dank seiner thermoviskosen Eigenschaften lässt sich der Vorgang der temperaturbedingten Erweichung und Erhärtung des Bitumens mehrfach wiederholen. Deshalb handelt es sich hier genau genommen auch nicht um „Recycling“ sondern um Wiederverwendung, also die erneute Nutzung auf dem gleich Niveau der Wertschöpfungskette.

Neben den umweltfreundlichen Aspekten, wie dem sinkenden Bedarf an neuen Bindemitteln und dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen, hat das Asphaltrecycling auch in der täglichen Praxis großer Straßenbauprojekte viele Vorteile: Beispielsweise stehen großen Mengen an Ausbauasphalt mit einer hohen Qualität direkt vor Ort zur Verfügung und können den Asphaltherstellern zeitnah und mit kurzen Transportwegen zur Verfügung gestellt werden.

Wichtigste Voraussetzung für die Beimischung von Asphaltgranulat ist, dass der daraus hergestellte neue Asphalt dem Mischgut aus neuen Gesteinskörnungen und Bitumen gleichwertig ist. Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Wiederverwendung von Asphaltgranulat ohne Qualitätsverluste in allen Schichten des Straßenoberbaus möglich ist.