Heizöl versorgt 20 Millionen Menschen in Deutschland mit Wärme

Rund ein Viertel aller Deutschen heizt mit Heizöl. Vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern im ländlichen Raum sind Ölheizungen verbreitet. Technisch und finanziell sinnvolle Alternativen stehen hier oft nicht zur Verfügung.

Die Ölheizungsbesitzer werden von rund 2.000 mittelständischen Mineralölhändlern versorgt. Aufwändige Leitungsnetze und große zentrale Speicher braucht es dafür nicht – sein Heizöl bevorratet jeder Ölheizungsbesitzer selbst im eigenen Tank. Für viele ist genau das einer der wichtigsten Vorteile ihrer Heizung: Unabhängigkeit, also die Möglichkeit, Lieferant, Lieferzeitpunkt und -menge selbst bestimmen zu können. Daneben schätzen sie vor allem die Zuverlässigkeit und Sicherheit ihres Heizsystems. Zusammen mit den Schweizern haben die deutschen Ölheizungs-Nutzer die größten privaten Tankkapazitäten der Welt. Der Vorteil: Sie können durch Sammelbestellungen größerer Mengen den Literpreis senken.

Heizöl passt zur Energiewende

Die Pläne der Bundesregierung zu unserer künftigen Energieversorgung zielen darauf ab, Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen. Ölheizungsbesitzer sind hier auf einem guten Weg: Zwischen 1995 und 2016 hat sich der Heizölverbrauch in Deutschland mehr als halbiert, obwohl die Anzahl der Ölheizungen in diesem Zeitraum nahezu gleich geblieben ist.

Zwischen 1995 und 2016 hat sich der Heizölverbrauch in Deutschland mehr als halbiert, obwohl die Anzahl der Ölheizungen in diesem Zeitraum nahezu gleich geblieben ist.

Der Grund für diese Entwicklung liegt in zunehmender Dämmung bei bestehenden und neuen Gebäuden und an vielen Ölheizungsbesitzern, die ihre Heizung auf effiziente Brennwerttechnik umgestellt haben sowie zunehmend erneuerbare Energien in ihre Wärmeversorgung einbinden. Ohne hochwertiges, schwefelarmes Heizöl mit reinigenden Additiven wäre das nicht denkbar gewesen.

Unterschiedliche Modernisierungsmaßnahmen sparen in Gebäuden unterschiedlich viel Heizöl.

Brennwerttechnik spart Heizöl und tonnenweise Treibhausgase

Die Brennwerttechnik macht das Heizen umweltschonender und deutlich effizienter, weil sie auch die im Abgas gebundene Wärme nutzt. Das sorgt für eine fast 100-prozentige Effizienz und einen stark verringerten Heizölverbrauch. 2015 wurden laut Absatzstatistik der Heizungsindustrie rund 400.000 Gas- und Ölheizungen auf Brennwerttechnik umgestellt. Nach Berechnungen des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) führt das schon heute zu verminderten CO2-Emissionen im Umfang von etwa 800.000 Tonnen pro Jahr. Die Mineralölwirtschaft hat speziell für den Einsatz in Öl-Brennwertheizungen schwefelarmes Heizöl entwickelt. Seit 2011 hat es sich mit einem Marktanteil von mehr als 99 Prozent als gängiges Heizöl durchgesetzt und trägt so ebenfalls zu höherer Umweltverträglichkeit bei.

Heizöl: Ideale Basis für erneuerbare Energien

Effiziente Öl-Brennwerttechnik ist auch der erste Schritt für eine sukzessive Umstellung des Heizsystems auf erneuerbare Energien. Das Stichwort heißt Hybridheizung: die Nutzung verschiedener Energiequellen in einem Wärmesystem. Schon heute nutzen mehr als 50 Prozent der Ölheizungsbesitzer ergänzend Wärme aus thermischen Solaranlagen oder Kaminöfen.

Hybridheizungen nutzen Heizöl, Sonnenwärme, Holz, usw. als Energiequellen
In Hybridheizungen wird Wärme aus unterschiedlichsten Energiequellen in einem zentralen Speicher gesammelt.

Künftig lassen sich Hybridsysteme um eine weitere Komponente ergänzen: grünen Strom. Mit Power-to-Heat („Strom zu Wärme“) kann dieser erneuerbare Strom aus unterschiedlichen Quellen für die Wärmeversorgung von Häusern genutzt werden. 

Forschung für klimaneutrale Brennstoffe

Um auch in einer treibhausgasreduzierten und perspektivisch klimaneutralen Wärmeversorgung weiter die Vorteile eines flüssigen, speicherbaren Energieträgers nutzen zu können, arbeitet die Mineralölwirtschaft daran, auch die Treibhausgasemissionen von Brennstoffen weiter zu reduzieren. Bereits erprobt und verfügbar ist Bio-Heizöl, dem flüssiger Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen beigemischt ist.