Vielfältige Struktur sichert Mineralölversorgung in Deutschland

Deutschlands Mineralölversorgung baut auf eine Vielzahl von Anbietern aus der Industrie und dem mittelständisch strukturierten Import- und Großhandel. Eine zentrale Rolle spielt der Mittelstand auch im Verbrauchergeschäft und in der Logistik. So betreiben die unabhängigen Tanklagerunternehmen als Dienstleister für die Mineralölwirtschaft und die chemische Industrie rund 80 Tanklager an 70 Standorten in Deutschland. Insgesamt ist die deutsche Mineralölwirtschaft in ein internationales Versorgungssystem eingebunden, das sich in allen Konstellationen als funktionsfähig und belastbar erwiesen hat.

Die Mineralölindustrie in Deutschland betreibt ein großes Netz an Raffinerien; sie sind das Rückgrat der deutschen Mineralölversorgung und erhalten die Rohöle überwiegend per Pipeline aus Russland oder den Seehäfen Triest, Rotterdam, Wilhelmshaven und Rostock. Ergänzend führen sie auch Mineralölprodukte ein, die ebenfalls per Pipeline,  mit See- und Binnenschiffen sowie per Bahn importiert werden. 

Pipeline-Netz und Tanklager-Logistik sichern die Mineralölversorgung

Rohöl kommt überwiegend via Pipeline nach Deutschland – aus dem Raum Rotterdam in den Westen und Norden, aus Russland in den Osten, über das Mittelmeer via Italien und Österreich in den Süden. In Wilhelmshaven erreicht Öl auch per Schiff die Bundesrepublik. Die überregionale und lokale Versorgung übernehmen Tanklager, Kesselwagenzüge und Tankkraftwagen. 

Die Versorgung mit Mineralölprodukten sichern die deutschen Raffinerien und die überwiegend mittelständisch geprägten Importeure gleichermaßen. Die Import-und Großhandelsunternehmen sind ein Garant für wettbewerbsgerechte Preise auf dem deutschen Markt für Mineralölprodukte. 

Raffinerien und Rohölpipelines liegen überwiegend in den Händen der bekannten internationalen Gesellschaften wie BP, Esso, Shell oder Total. In den zurückliegenden Jahren hat sich noch eine weitere Gruppe von Raffineriegesellschaften herausgebildet: Unternehmen aus dem Handelsgeschäft oder mit Verbindungen zu Erdölproduzenten. Dazu zählen Gesellschaften wie Gunvor oder Varo Energy. Durch diese Eigentümervielfalt bleibt der Wettbewerb auf der Raffinerieebene in Deutschland einer der schärfsten in Europa. 

Raffinerien und Pipeline-Netz in Deutschland

Raffinierien und Pipelines sichern die Mineralölversorgung

Standorte unabhängiger Tanklager

Unabhängige Tanklager sichern die Mineralölversorgung
Grafik: MEW/UTV

Intakte Infrastruktur ebnet Weg zu mehr Klimaschutz

Die Infrastruktur für die Produktion, die Lagerung und die Verteilung von mineralölstämmigen Produkten für die Industrie und Verbraucher ist in über einhundert Jahren gewachsen und sucht ihresgleichen. Die künftige Klima- und Energiepolitik darf diese Infrastruktur nicht leichtfertig gefährden. Flüssige Energieträger haben Vorteile, die andere Energien nicht aufweisen – etwa Lagerfähigkeit und Versorgungssicherheit. Daher ist es sinnvoll, die flächendeckende Infrastruktur für Mineralölerzeugnisse im Kern aufrecht zu erhalten, bis neue treibhausgasreduzierte oder sogar treibhausgasneutrale Kraft- und Brennstoffe beispielsweise auf Basis erneuerbaren Stroms zur Verfügung stehen.