Öl steckt überall drin - dank Petrochemie

Unser heutiges Alltagsleben wäre ohne Kunststoffe auf Basis von Öl nicht denkbar. Im privaten Gebrauch wie in der Industrie kommen sie für die verschiedensten Anwendungen und in großer Vielfalt zum Einsatz. Diese Vielfalt ist möglich, weil in der Petrochemie Mineralöl zu immer neuen Grundstoffen zusammengesetzt wird. Rund 20 Prozent des deutschen Mineralölbedarfs gehen in die chemische Industrie. Die petrochemischen Grundstoffe entstehen häufig in Kuppelproduktion mit Raffinerien.

Aus einem einzigen Barrel Rohöl (etwa 159 Liter) lassen sich beispielsweise all diese Produkte zusammen herstellen:

Aus nur einem Barrel Rohöl (rund 159 Liter) lässt sich eine Vielzahl von Produkten herstellen.
Quelle: ExxonMobil, Grafik: IWO

Was ist Kuppelproduktion?

Kuppelproduktion oder Verbundproduktion bezeichnet ein Produktionsverfahren, bei dem nicht nur ein, sondern mehrere Produkte anfallen. Der Raffinerieprozess ist ein typisches Beispiel dafür: Bei der Verarbeitung von Erdöl entstehen neben Benzin, Heizöl und Diesel unter anderem auch Grundstoffe für die Petrochemie. In einer Raffinerie kann nicht einfach auf die Produktion eines Stoffes verzichtet werden – diese Produktionsprozesse sind zwingend miteinander verbunden.

Soll eines der Hauptprodukte nicht mehr erzeugt werden, hat dies immer auch direkten Einfluss auf alle anderen entstehenden Produkte. Angedachte Verbote der Hauptprodukte Benzin, Diesel oder Heizöl würden daher immer auch die Petrochemie treffen, Deutschlands drittgrößte Branche und Exportweltmeister seit einer Dekade.