Mobilität: Öl bewegt die Welt

Die Welt ist in Bewegung – rund um die Uhr. Bezahlbare Mobilität ist ein Schlüsselfaktor für eine hohe Lebensqualität und wirtschaftliches Wohlergehen aller. Die Mobilität nimmt weiter zu: In Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Pkw von 2008 bis 2015 um 4 Millionen auf 45 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Auch die Verkehrsleistung steigt weiter. Die Bundesregierung rechnet damit, dass wir 2040 gegenüber 2010 fast 40 Prozent mehr Straßengüter- und 15 Prozent mehr Straßenpersonenverkehr haben werden.

Rund 60 Prozent des Ölverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Verkehrssektor. Öl wird in den nächsten Jahrzehnten im Verkehrssektor wesentlich dazu beitragen, unsere Mobilitätsanforderungen zu bezahlbaren Kosten zu decken.

Tankstellen sind Garant für flächendeckende Versorgung

Mit rund 14.500 Tankstellen verfügt Deutschland über ein dichtes Versorgungsnetz für Benzin und Diesel. Tankstellen wickeln etwa 95 Prozent des Benzinabsatzes sowie rund zwei Drittel der Dieselverkäufe in Deutschland ab.  

Die Konkurrenz um die Fahrer von Personen- und Nutzfahrzeugen ist groß: Nicht nur die großen rund 8.500 Markentankstellen stehen regional im Wettbewerb miteinander, sondern zusätzlich weitere 6.000 Stationen, die in mittelständischen Tankstellenketten organisiert sind oder als freie Tankstellen von einzelnen Betreibern geführt werden.

 

 

Beitrag zum Klimaschutz

Durch Forschung und Entwicklung konnten der Wirkungsgrad von Motoren und die Effizienz von Ölheizungsanlagen in den vergangenen Jahren signifikant gesteigert werden. Dazu haben weiterentwickelte Kraft- und Brennstoffe, die heute schwefelarm oder ganz schwefelfrei sind, sowie verbesserte Schmierstoffe entscheidend beigetragen.

Effizienzsteigerungen in Antrieben sorgen für einen immer umweltfreundlicheren Einsatz von flüssigen Energieträgern. Dazu kommen zwei weitere Elemente einer umfassenden Klimaschutzstrategie.

Hybrid-Technik: Öl als ideal speicherbarer Energieträger mit hoher Energiedichte ist prädestiniert für eine Kombination mit erneuerbaren Energien. Hybridfahrzeuge fahren mit Strom und Kraftstoff. Im Optimalfall werden die Batterien zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien geladen. Sind die Batterien entladen oder steht nicht ausreichend erneuerbarer Strom zur Verfügung, treibt der Verbrennungsmotor das Fahrzeug an. Damit können auch lange Strecken sicher bewältigt werden.

Verbesserte Kraftstoffe: Die Mineralölwirtschaft trägt dazu bei, dass Kraft- und Brennstoffe immer umweltverträglicher werden. So sind die Kraftstoffe heute bleifrei, schwefelfrei, aromatenarm und haben eine hohe Motorreinigungskraft. Über die gesetzlich vorgeschriebene Treibhausgas-Minderungsquote erfüllt die Mineralölwirtschaft die Klimavorgaben für den Verkehr, in erster Linie über die Beimischung von Biokraftstoffen, die als nachhaltig zertifiziert sind, also nicht in Konkurrenz zu Nahrung stehen. 

Öl wird immer effizienter eingesetzt

Auch aufgrund effizienterer Mobilität geht der Primärenergieverbrauch in Deutschland stetig zurück.
(PEV = Primärenergieverbrauch)
Quelle: ExxonMobil Energieprognose Deutschland 2016-2040

Für die gleiche Wirtschaftsleistung wird immer weniger Öl gebraucht. Der Anteil vom Mineralöl am gesamten Energieeinsatz in Deutschland geht nach der Energieprognose 2016 – 2040 von ExxonMobil bis zum Jahr 2040 von 34 auf 26 Prozent zurück. Der Anteil erneuerbarer Energien steigt im selben Zeitraum von 8 auf 24 Prozent.

Insgesamt braucht Deutschland dann rund 28 Prozent weniger Energie in allen Bereichen (Industrie, Dienstleister, Verkehr, öffentliche Hand und Haushalte) als noch 2015, obwohl die Wirtschaft bis dahin deutlich – um 40 Prozent – wächst. 

Antriebe werden effizienter

Beim Kraftstoffverbrauch haben Autos seit Langem den Rückwärtsgang eingelegt. So sank laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) der weltweite Durchschnittsverbrauch von Pkw zwischen 2005 und 2015 um 25 Prozent. Und fielen 2005 erst 10 Prozent der globalen Fahrzeugflotte unter eine staatliche oder – wie in der EU – überstaatliche Verbrauchsregulierung, waren es 2015 bereits 70 Prozent. Die technischen Fortschritte im Verkehr machen sich laut IEA in einem deutlich gebremsten Anstieg der Welt-Ölnachfrage bemerkbar. Für Deutschland rechnet BP damit, dass der Benzinverbrauch im Zeitraum von 2011 bis 2025 um 40 Prozent und der Dieselverbrauch um 10 Prozent sinken werden.

Verbrennungsmotoren bilden auch in Zukunft das Rückgrat im Straßenverkehr

Derzeit liegt die Emissionsgrenze für den Flottenverbrauch von Neufahrzeugen in der EU bei rund 130 Gramm COje Kilometer. Ab 2021 dürfen die zulässigen Flottenemissionen durchschnittlich nur noch 95 Gramm betragen. Diese Grenze wird schon heute von verschiedenen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erreicht. In der Kombination mit einem Strom-Antrieb kann dies sogar für ganze Flotten gelten – sofern der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. 

Kraftstoffe der Zukunft

Eine mittel- bis langfristige Perspektive können treibhausgasarme flüssige Kraftstoffe bieten. Dabei wird ansonsten ungenutzter Windstrom in grünen Wasserstoff umgewandelt. Damit wird zum einen die Herstellung von Benzin, Diesel und Heizöl in Raffinerien noch umweltfreundlicher. Zum anderen besteht die Option, aus erneuerbarem Strom mit Hilfe von Wasserstoff vollständig treibhausgasneutrale Kraftstoffe herzustellen. Dieser Weg ist gegenüber dem rein auf Strom setzenden Ansatz der bessere. Denn er berücksichtigt neben dem Klimaschutz auch die permanente Verfügbarkeit der Energie, die gewohnte Schnelligkeit beim Tanken und die hohe Reichweite beim Fahren. Auch bei den Biokraftstoffen schreitet die Entwicklung in Richtung weiterer Treibhausgaseinsparungen voran.

Der Flugverkehr legt zu, der spezifische Verbrauch sinkt

Der Flugverkehr verzeichnet seit Jahren einen steten Zuwachs. Zwischen den Jahren 2000 und 2015 ist er um 53 Prozent gestiegen, der Kerosinverbrauch hat aber nur um 3 Prozent zugenommen. Ein Ende dieses Wachstums ist nicht abzusehen. In einer Prognose geht der Flugzeughersteller Airbus von einer weiteren Zunahme des Luftverkehrs um 110 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. An deutschen Flughäfen wächst das Passagier- und Frachtaufkommen auf dem erreichten hohen Niveau langsamer als im Ausland.

Mit einem Absatzvolumen von rund 8,5 Millionen Tonnen zählt Flugturbinenkraftstoff in Deutschland zu den wesentlichen Produktgruppen innerhalb des Mineralölsektors. Rund die Hälfte der Nachfrage wird durch heimische Raffinerien gedeckt, die andere Hälfte durch Produktimporte. Neben verschiedenen Kraftstoffen für Turbinen, die den größten Teil des Flugkraftstoffmarktes ausmachen, gibt es Flugbenzin, das in Kolbenmotoren für Kleinflugzeuge eingesetzt wird. 

Bezogen auf den weltweiten Verbrauch von fossilen Brennstoffen hat die Luftfahrt einen Anteil von rund 2,4 Prozent am CO2-Ausstoß. Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie arbeiten permanent daran, den Verbrauch der Flugzeuge zu senken. Das schont die Umwelt und spart Kosten. Dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zufolge verbraucht Deutschlands Luftflotte heute deutlich unter 4 Litern Kerosin pro 100 Kilometer und Passagier. Das sind 42 Prozent weniger Treibstoff als noch im Jahr 1990.

Biokraftstoffe und Zertifikate für einen sauberen Himmel

Neben Effizienzverbesserungen bei Flugzeugen können grundsätzlich auch neue (Bio-)Kraftstoffe einen Beitrag zur CO2-Minderung der Luftfahrt leisten. Lufthansa und andere Luftfahrtunternehmen haben mit verschiedenen Mineralöl- und Biokraftstoff-Herstellern in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Treibstoffen getestet. Einen neuen Weg loten die Unternehmen BP und Fulcrum BioEnergy aus, die Biokraftstoff auf Basis von Hausmüll herstellen. Bislang ist die Herstellung von Biokraftstoffen für die Luftfahrt in großem Stil jedoch immer noch sehr aufwändig und teuer. 

Anfang Oktober 2016 stimmten die 191 Mitgliedsstaaten der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO einem Plan zu, der die Zunahme klimaschädigender Gase in der Luftfahrt begrenzen soll. Der Plan betrifft vor allem internationale Passagier- und Frachtflüge. Die Fluggesellschaften müssen ab 2021 zum Ausgleich des jeweiligen CO2-Ausstoßes bestimmte Zertifikate kaufen (www.icao.int). Die Idee dahinter: Wenn die Airlines für jeden verbrauchten Liter Kerosin CO2-Zertifikate kaufen müssen, werden sie alles daran setzen, in Zusammenarbeit mit den Flugzeugherstellern den Verbrauch zu senken. Das System gilt zunächst bis 2026 für die Staaten, die sich dem System freiwillig angeschlossen haben; ab 2027 bis 2035 wird es verpflichtend für alle Länder mit größeren Luftfahrtaktivitäten. Ausgenommen sind weniger entwickelte Inselstaaten.

Kraftstoffe und Umweltschutz in der Seeschifffahrt

80 Prozent der weltweiten Handelsgüter werden per Schiff transportiert. Seeschiffe weisen im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern die beste CO2-Bilanz auf, da der Transport von Waren über Wasser besonders energieeffizient ist.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO hat zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um die klima- und umweltrelevanten Emissionen der Seeschiffe zu senken. So hat sie unter anderem Nord- und Ostsee zu „Schwefelemission-Kontrollzonen“ erklärt. In diesen dürfen seit 2015 nur Bunkerkraftstoffe mit einem maximalen Schwefelgehalt von 0,1 Prozent eingesetzt werden. Außerhalb dieser Zonen ist ein Wert von maximal 3,5 Prozent zugelassen – allerdings nur noch bis zum Jahr 2020, danach ist dieser Wert auf maximal 0,5 Prozent beschränkt.

Die Mineralölwirtschaft hat ihr Angebot deutlich umgestellt und erweitert. Es umfasst nun neben den traditionellen Kraftstoffen auch Marine-Gasöl (MGO), Marine-Dieselöl (MDO) und Intermediate Fuel Oil schwefelarm (IFO SA). Neben dem Einsatz von schwefelarmem MGO kann das schwefelhaltigere Schweröl im Abgasstrom mit einem „Scrubber“ herausgewaschen werden. Für diese Variante spricht der preiswertere Bunkerkraftstoff. Allerdings sind dafür hohe Investitionen notwendig. 

Der Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) und Gas-to-Liquid (GtL) ermöglichen ebenfalls die Einhaltung der geforderten Werte. Zur Reduzierung von Stickoxiden dürfen Schiffsneubauten ab 2021 nur mit einer Entstickungsanlage (SCR) in die Nord- und Ostsee fahren.Die deutsche Mineralölwirtschaft unterstützt den Weg zu niedrigeren Emissionen auf hoher See im IMO Marine Environment Protection Committee.