Was hat Fahrradfahren mit Mineralöl zu tun?

Fahrradfahren und Mineralöl sind zwei Dinge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Bei näherem Hinsehen gibt es aber doch Verbindungen: Zum einen sind da all die Kunststoffteile am Fahrrad – etwa Reifen, Pedale und Kabel – die auf Mineralöl basieren. Auch für die Fahrradkette kommt meist klassisches Öl als Schmierstoff zum Einsatz. Einen noch viel größeren Zusammenhang zwischen Fahrradfahren und Mineralöl bildet allerdings ein ganz anderes Produkt: Bitumen. Ein wesentliches Material beim Bau von Asphaltstraßen und eben auch Radstrecken und Fernradwegen. Und Bitumen wird aus Mineralöl hergestellt. 

Komfort und Sicherheit beim Radeln – auf den Belag kommt es an

Dass Radfahren viele Vorteile hat und als ökologische Mobilitätsalternative immer wichtiger wird, hat auch die Politik erkannt. Deshalb hat das Bundesverkehrsministerium den „Radverkehrsplan 2020“ entwickelt, der unter anderem den weiteren Ausbau und die Modernisierung von lokaler Radverkehrsinfrastruktur fördert und die Erweiterung des Radwegenetzes an Bundesstraßen vorantreibt.

Und hier kommt Bitumen ins Spiel: Ob auf Straßen, Fahrradstreifen, Radwegen oder Rad-Wanderwegen – Radfahrer mögen gut erhaltene, fugenlose Asphaltwege, die sanftes Rollen und stressfreies Fahren ermöglichen. Eine ebene Asphaltoberfläche mit geringem Rollwiderstand vermindert die vom Radfahrer aufzubringende Energie und reduziert die Abnutzung des Fahrrads. Beides Vorteile, die sowohl Hobby-Radler als auch Radreisende, Fahrradkuriere und radelnde Berufspendler sehr zu schätzen wissen.

Das bestätigt auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Demnach sei Asphalt nach wie  vor der bewährteste Baustoff für Radwege. Bei fachgerechtem Einbau ließen sich mit Asphalt optimal ebene Oberflächen herstellen, die in aller Regel auch griffiger und preiswerter als andere Beläge seien. Die Empfehlung des ADFC für Fahrwegmaterial lautet daher: „Bitumenhaltige Befestigungen bieten nach wie vor den besten Fahrkomfort, verursachen die geringsten Kosten und sollten daher für den Radwegebau im Außenbereich vorzugsweise verwendet werden.“

Der Bau asphaltierter Radwege wird dank der Verwendung spezieller Ausbauasphalte und durch verringerte Verarbeitungstemperaturen zudem immer ressourcenschonender. Und auch Zeit- und Kostenaufwand halten sich für den Bau qualitativ hochwertiger Asphalt-Fahrradwege in überschaubaren Grenzen, denn sie lassen sich selbst unter beengten Bedingungen, etwa in Innenstädten, schnell und einfach bauen. Sie haben eine hohe Lebensdauer und erfordern nur geringen Aufwand für die Erhaltung.

Bitumen erhöht auch die Sicherheit beim Radfahren: Eine gut erhaltene Asphaltstrecke ohne Schlaglöcher oder lockere Gesteine ist für Fahrradfahrer, die ohne den Schutz einer Karosserie auskommen müssen, ein großer Sicherheitsvorteil. Asphalt hat eine griffige Oberfläche, auch bei Nässe ist das Fahrrad hier besser zu kontrollieren als etwa auf Kopfsteinpflaster. Zudem ermöglichen spezielle Asphaltarten eine Regenwasserdrainage, die einen Wasserfilm auf der Oberfläche verhindert.

Bitumen dient dem Umweltschutz

Das Mineralölprodukt Bitumen leistet also einen großen Beitrag dazu, dass Fahrradfahren für immer mehr Menschen attraktiv wird. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit des einzelnen, sondern nützt  auch wirtschaftlichen und umweltpolitischen Interessen: Radfahren fördert die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bevölkerung und trägt so zur Senkung der Ausgaben für das Gesundheitswesen bei. Ein gutes Radwegenetz fördert zudem den Tourismus und steigert dadurch die regionalen Einnahmen. Hinzu kommt, dass Radfahren mit keinerlei Schadstoffausstoß verbunden ist und so dafür sorgt, dass umweltpolitische Zielsetzungen sowie CO2-Minderungsziele eher erreicht werden können.