Wirtschaftswachstum ließ Mineralöl-Absatz 2017 zulegen

Das Wirtschaftswachstum führt unter anderem zu mehr Güterverkehr in und durch Deutschland. Dadurch steigt der Kraftstoffabsatz.

Deutschland ist in Bewegung, unsere Wirtschaft entwickelt sich dynamisch. Das macht sich auch im Absatz von Mineralölprodukten bemerkbar: Dieser stieg nach vorläufigen Berechnungen im vergangenen Jahr um drei Prozent auf mehr als 106 Millionen Tonnen. „Der Grund für das Absatz-Plus ist in erster Linie das gute Wirtschaftswachstum“, sagt Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes.  Mineralölprodukte spielten dabei ihre Vorteile aus, so Küchen: „Benzin und Diesel sowie Heizöl, Flugkraftstoff und Chemie-Vorprodukte sind jederzeit verfügbar und lassen sich auch langfristig lagern.“ 

Kraftstoffpreise etwas höher als 2016

Rund 54 Prozent des Mineralölabsatzes in Deutschland entfallen auf Kraftstoffe. Bei Benzin und Diesel lag der Zuwachs bei jeweils rund zwei Prozent und stieg auf umgerechnet rund 70 Milliarden Liter.

Benzin (E10) kostete 2017 durchschnittlich 1,33 Euro je Liter, sechs Cent mehr als 2016. Diesel lag im Jahresdurchschnitt bei 1,15 Euro, acht Cent mehr als im Vorjahr. Hauptgrund für den Preisanstieg waren höhere Ölpreise: Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete 2017 im Schnitt 55 Dollar, im Jahr 2016 waren es noch 45 Dollar.

Benzin und Diesel waren dennoch deutlich preiswerter als in den Jahren zuvor. Küchen: „Der Wettbewerb an den Tankstellen ist rund um die Uhr in vollem Gange. Niedrigere Einkaufspreise für Kraftstoffe werden eins zu eins an die Tankkunden weitergegeben.“

Hausbesitzer nutzten Flexibilität beim Heizölkauf

Der Absatz von leichtem Heizöl stieg in Deutschland ebenfalls etwas an, von 15,8 auf schätzungsweise 16,1 Millionen Tonnen 2017. Der durchschnittliche Heizölpreis lag vergangenes Jahr bei 57 Cent je Liter, bezogen auf eine Abnahmemenge von 3.000 Litern. Im Jahr zuvor waren es rund 52 Cent. In den Sommermonaten Mai, Juni und Juli 2017 gab es eine stabile Niedrigpreisphase, die viele Ölheizungsbesitzer dazu nutzten, um ihre Tanks aufzufüllen. Diese Flexibilität beim Energie-Einkauf ist ein großer Vorteil, den die Ölheizungsbesitzer sehr schätzen.

Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik betont: „Insgesamt sind die rund 5,6 Millionen Ölheizungen in Deutschland in den vergangenen Jahren zunehmend effizienter und sparsamer geworden. Der Austausch eines alten Heizkessels durch ein neues Öl-Brennwertgerät kann den Brennstoffbedarf um bis zu 30 Prozent senken.“ Zudem eigneten sich neue Brennwertheizungen sehr gut als Basis für die Einbindung erneuerbarer Energien wie zum Beispiel Solarthermie.

Der Einsatz moderner Brennwerttechnik und damit höhere Effizienz der Ölheizung ist einer der Hauptgründe, warum der Heizöl-Absatz in Deutschland binnen zehn Jahren bereits von rund 24 auf 16 Millionen Tonnen zurückgegangen ist.