Bitumen

Bitumen ist das älteste bekannte Mineralölprodukt. In der Natur entsteht es, wenn im Laufe von Jahrtausenden einige Bestandteile von Erdöl verdampfen. Bitumen wurde schon 3.000 Jahre vor Christus für den Straßenbau und zur Abdichtung gegen Wasser genutzt, denn es ist thermoviskos: Bei normalen Temperaturen halbfest bis hart, wird es bei Erwärmung zunächst knetbar, dann zähflüssig und zwischen 150 und 200 Grad Celsius dünnflüssig. Kühlt es ab, nimmt es seine ursprünglichen Eigenschaften wieder an. Bitumen ist viskoelastisch und stellt selbst bei größeren Temperaturschwankungen geschlossene, wasserdichte Oberflächen sicher – auch wenn es mehrfach verwendet wird. So ermöglicht es beispielsweise die Wiederverwendung von Asphalten.

Wichtigstes Bitumen-Produkt: Asphalt

Wichtigstes Einsatzgebiet für Bitumen ist mit fast 80 Prozent aller Verwendungen der Asphalt für den Straßenbau. Asphalt ist eine Mischung aus Gesteinskörnung (Splitt und Sand) mit Bitumen als Bindemittel. Es umhüllt und verbindet die Mineralstoffe und gibt dem Asphalt die erforderliche Festigkeit. Entsprechend der verwendeten Bitumensorte, der Zusammensetzung des Mischgutes und der Einbautechnik können Asphaltstraßen jedem Klima und jeder Verkehrsbeanspruchung angepasst werden.

Asphalt wird in technisch hochentwickelten Asphaltmischwerken hergestellt, die ein flächendeckendes Netz über das gesamte Bundesgebiet bilden. Spezielle wärmegedämmte Straßentankwagen liefern das Bitumen aus den Raffinerien heißflüssig dort an. Die Zwischenlagerung erfolgt in beheizten Lagertanks. Zur Asphaltherstellung werden Mineralstoffe zunächst getrocknet und dann in speziellen Mischern unter dosierter Zugabe von Bitumen zu einer homogenen Masse vermischt. Direkt vom Mischer oder nach der Zwischenlagerung in Mischgutsilos wird der Asphalt zur Einbaustelle transportiert und auf der Baustelle eingebaut. 

Zu den besonderen Vorteilen der Asphaltbauweise zählen: 

  • Sicherheit und Komfort für die Straßenbenutzer
    Asphaltstraßen bieten ein hohes Maß an Verkehrssicherheit und Fahrkomfort. Ebenheit und Fugenlosigkeit ermöglichen stoßfreies und sicheres Befahren. Spezielle offenporige Asphaltschichten verhindern Sprühfahnenbildung und Aquaplaning. 
  • Geringere Lärmbelästigung der Anwohner
    Schalltechnisch optimierte Asphaltschichten reduzieren die Lärmbelästigung für die Umgebung deutlich. 
  • Kürzere Bauzeiten im Straßenbau
    Aufgrund der thermoviskosen Eigenschaften des Bitumens benötigt der Einbau von Asphalt keine langen verkehrsbehindernden Sperrzeiten. 
  • Einsatz ökologisch unbedenklicher Materialien
    Bei Beachtung der üblichen Arbeitsanweisungen gehen vom Baustoff Asphalt weder gesundheitliche Gefahren für den Verarbeiter noch schädliche Einwirkungen auf die Umwelt aus. Selbst in Wasserschutzgebieten ist die Verwendung von Asphalt ausdrücklich zugelassen. 

Wo wird Bitumen noch eingesetzt?

Wegen seiner dichtenden und thermoviskosen Eigenschaften kommt Bitumen in zahlreichen weiteren Anwendungen zum Einsatz: 

Bitumen als Dachbelag

Dächer: Bitumen deckt ab

In Deutschland werden jährlich rund 165 Millionen Quadratmeter Bitumenbahnen verkauft. Das entspricht einer Fläche, die größer ist als die Inseln Sylt, Amrum und Pellworm zusammen.

Ein Dach muss viel aushalten können: Begehungen, Regen, Sturm, Hagel oder starker Sonnenschein… Mit Dach- oder Dichtungsbahnen aus Bitumen bleibt es jahrzehntelang dicht und widerstandsfähig.

Bitumen als Brückenbelag

Brückenbau: Bitumen verbindet

Hierzulande gibt es mehr als 120.000 Brücken. Bitumen schützt sie vor Beanspruchungen aus Witterungseinflüssen und Nutzung, denn es passt sich flexibel und schadenfrei Bewegungen und Verformungen an.

Bitumen halten Talsperren dicht

Talsperren: Bitumen hält dicht

Die großen Talsperren in Deutschland fassen viele Millionen Kubikmeter Wasser. Dem enormen Druck halten Dichtungen aus Asphalten und Bitumenbahnen problemlos stand. Sie verhindern, dass Dämme durchströmt werden und dass Wasser in den Untergrund versickert. Übrigens auch bei Deponien.

Lack aus Bitumen dichtet Schiffsrümpfe ab

Schiffe: Bitumen schützt

Bitumenlacke haften sehr gut und bilden nach dem Trocknen eine absolut wasserdichte Schutzschicht, die widerstandsfähig gegenüber aggressiven Wassern, Salzen, Säuren und Laugen ist. Diese Eigenschaften sind besonders im Schiffsbau gefragt. Anstriche auf Bitumenbasis dienen als Korrosionsschutz für den Außenbordbereich und den Schiffsrumpf.

Recyclingquote für Asphalt: 80 Prozent

Obwohl kein Mangel besteht, muss Erdöl sparsam verwendet werden. Wie kaum ein anderer Industriezweig erfüllt die Asphaltindustrie die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Ausgebauter Asphalt wird nicht als Abfall entsorgt, sondern zu rund 80 Prozent wiederverwendet. Aber auch andere Verwendungsarten sind möglich: Ausgebauter Asphalt hat sich unter anderem als Füllstoff für Lärmschutzwände bewährt.

 

Mehr Informationen zu Bitumen und Asphalt: www.asphaltadvantages.com
Zum Download: Broschüre „Bitumen in unserer Welt“ (PDF, 0,5 MB)